
Darmkrebs ist in hohem Maße heilbar. Ungefähr 90% aller Patienten überleben, sofern der Krebs im Frühstadium entdeckt wird in dem er sich noch nicht ausgebreitet hat. Dies mag überraschen, angesichts der Tatsache, dass diese gefürchtete Krankheit in den Industriestaaten zu den häufigsten Todesursachen zählt. In Deutschland erkranken nach Angaben des Robert Koch-Instituts pro Jahr jeweils rund 37.200 Männer und 36.000 Frauen daran, wobei rund 30.000 Patienten jährlich an dieser Krankheit sterben. Damit ist der Darmkrebs eine der häufigsten und tödlichsten Krebsarten. Das Dilemma: Meist wird Darmkrebs erst in fortgeschritteneren Stadien, die mit Symptomen einhergehen, entdeckt. Wenn der Krebs bereits andere Organe befallen hat, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch auf weniger als 10 %. Diese Zahlen verdeutlichen, dass eine frühe Diagnose möglicherweise viele Leben retten kann.
Um aber Darmkrebs im frühestmöglichen Stadium erkennen zu können, muss die Bevölkerung mit durchschnittlichem Erkrankungsrisiko und ohne Symptome durch geeignete Diagnoseverfahren systematisch untersucht werden. Vorsorgerichtlinien in vielen Ländern empfehlen für die Bevölkerung mit durchschnittlichem Erkrankungsrisiko im Alter von 50 Jahren und älter einen regelmäßigen Test auf okkultes Blut im Stuhl (fecal occult blood test – FOBT) –Labortests auf der Grundlage von meist zu Hause entnommenen und zur Analyse eingereichten Stuhlproben. Darüber hinaus werden im abstand von meist zehn Jahren invasive endoskopische Untersuchungen wie z.B. Koloskopien durchgeführt werden, die jedoch als Vorbereitung eine vollständige Entleerung des Magendarmtrakt erfordern.
Ungeachtet dieser Empfehlungen unterzieht sich nur eine Minderheit der Zielgruppe einer regelmäßigen Darmkrebs-Früherkennung. So machen nur rund 12 % der Zielbevölkerung in den USA im Alter von 50 Jahren und darüber den jährlichen FOB-Test und nur 36 % unterziehen sich alle fünf bis zehn Jahre einer Koloskopie. In Deutschland geht man von noch weit geringeren Zahlen aus. Der am häufigsten angeführte Grund für diese niedrige Akzeptanz ist die Lästigkeit der geforderten Vorsorgemaßnahmen. Viele Krebsgesellschaften, sowie private und staatliche Vorsorgeinitiativen haben es sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Teilnahme an systematischen Darmkrebs-Vorsorgeprogrammen deutlich zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, könnten neuartige Früherkennungstests eine große Hilfe sein, die es in puncto Genauigkeit mit den derzeit verfügbaren nicht invasiven Tests für die Unterscheidung von Krebspatienten und Gesunden aufnehmen können und gleichzeitig so patientenfreundlich sind, dass sie in der Zielgruppe breite Akzeptanz finden.
Die Epigenomics AG, ein in Berlin ansässiges Molekulardiagnostik-Unternehmen. Seit Oktober 2009 ist Epigenomics' erstes Produkt, der Darmkrebs-Früherkennungstest Epi proColon in Europa auf dem Markt. Der Test beruht auf der Messung von methylierter DNA nur eines einzigen Gens (SEPT9) als Biomarker in Blutplasma. In acht prospektiven Fall-Kontroll-Studien mit rund 3.250 klinischen Proben von Krebspatienten, gesunden Menschen mit vergleichbarem Alter und Erkrankungsrisiko, sowie weiteren kritischen Kontrollgruppen hat das Unternehmen einen Datensatz zusammengetragen, der beweist, dass dieser DNA-Methylierungs-Biomarker Darmkrebs in allen Stadien und in allen Bereichen des Dick- und Enddarms anzeigt.
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